Das Land der tausend Feuer
Industriebilder aus der Sammlung Ludwig Schönefeld
Essen 2025
Eine Abfolge kleiner Pavillons bildet das räumliche Rückgrat der Ausstellung. Von diesen aus werden die Ausstellungsstationen erschlossen. Ein torartiger Pavillon markiert den Zugang. Auf ihn folgen, auf einer zentralen Achse liegend, drei weitere Pavillons. An diese sind kurze Wandstücke angebaut, die nach links und nach rechts in die Stationen führen. Die beiden mittleren Pavillons sind als Durchgangsbauwerke ausgebildet, im dritten Pavillon endet die Raumachse in einen Sichtschlitz.
Die Durchgangsbreiten der Pavillons verengen sich zum Ende des Raumes hin. Der Raum wird dadurch optisch verkürzt, die Gehgeschwindigkeit der Besucher wird gleichsam verlangsamt. Sie werden „gestoppt“ und ihre Aufmerksamkeit auf die Seitenräume gelenkt.
In den beiden Seitenachsen wurden massiv wirkende Wände von der Decke abgehängt. Sie bilden durchgehende Linien, so dass die Seitenräume optisch gestreckt erscheinen.
Die Architektur sollte sinnliche Erfahrungen ermöglichen. Die Ausstellungseinbauten wurden nicht als dünne Platten, sondern als massive Körper ausgebildet. Besonders stark wird die „Körperhaftigkeit“ der Architektur spürbar, wenn Bauteile einerseits schweben und andererseits den Eindruck von Schwere und Masse vermitteln.
Die Farbe der Pavillons, ein kräftiges Karminrot, appelliert an die Gefühlswelt. Mit ihr sind aber auch Assoziationen verbunden: Auf einer sehr allgemeinen Ebene verweist die Farbgebung auf Feuer und Gefahr, beides Aspekte, die sich wie ein roter Faden durch die Bilder der Ausstellung ziehen. Das Rot verweist zusätzlich aber auch auf konkrete oder in der Vorstellung existierende Räume: beispielsweise auf die roten Ziegelbauwerke der Zechen des Ruhrgebiets.
Auftraggeber:
Ruhr Museum (RM)
Leitung:
Theo Grütter
Projektsteuerung:
Frank Kerner
Kuratorin | Gastkurator:
Reinhild Stepan-Maaser (RM), Ludwig Schönefeld
Architektur:
Bernhard Denkinger | Architekt
Fotos:
Deimel+Wittmar
Bauten:
Fritzemeier, Essen
