Bernhard

Denkinger

Architect

Neugestaltung eines Gefallenen-Denkmals

Stillfüssing 2021

Im Jahr 1945 waren an diesem Ort SS-Soldaten, die kurz vor Kriegsende fielen, in einem Sammelgrab beerdigt worden. In den 1960er Jahren wurde über dem Grab ein Denkmal errichtet, dessen Architektur formale Elemente aus der NS-Formensprache zitierte. Unser Auftrag sah vor, dass die Grabstätte durch zwei große Texttafeln kontextualisiert werden sollte. Die Umgestaltung musste innerhalb des nur 3,6 x 3,6 Meter großen Grabbereichs durchgeführt werden, da das umgebende Gelände nicht im Besitz des Auftraggebers war.

Wir versuchten zunächst die Textflächen innerhalb der bestehenden Anlage zu verorten. Dies führte zu keinem befriedigenden Ergebnis, da entweder eine räumliche Konkurrenz zwischen den relativ großen Textträgern und dem Denkmal entstand, oder – bei horizontaler Anordnung der Texte – deren Wahrnehmung zu sehr relativiert wurde. Der Auftraggeber entschied sich schließlich für eine Neugestaltung.

Der deutschsprachige Text wurde in eine niedrige, 1,5 m hohe Wand integriert, deren Zentrum ein Grabstein bildet. Die aus Cortenstahl bestehende Wand wurde mit einem Raster aus senkrechten Schlitzen versehen, wodurch sie einen durchlässigen Charakter erhielt. Der englischsprachige Text wurde liegend platziert, die Bodenfläche neu eingefasst und mit weißem Kies ausgelegt.

Die Architektur integriert sich in die Natur. Sie überragt nicht die Vegetation der Umgebung.

Auftraggeber:
Bundesministerium des Inneren, Referat IV/3/b – Kriegsgräberfürsorge

Architektur:
Bernhard Denkinger | Architekt

Bauarbeiten:
Held & Francke, Filiale Amstetten

Metallbau und Lasertechnik:
MSM Metallbau, Steyr

Steinmetzarbeiten:
Kienesberger, Schlüsslberg

Fotos:
Stephan Matyus